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Bund will schädliches Pestizid verbieten

Das Bundesamt für Landwirtschaft hat alle zwölf Bewilligungen für Pestizide mit den Wirkstoffen Chlorpyrifos und Chlorpyrifos-methyl widerrufen. Greenpeace und WWF fordern nun, dass weitere besonders problematische Pestizide aus dem Verkehr gezogen werden.


von sda
Publiziert: 12.06.2019 / 12:33

Bekannt gemacht haben den Rückzug dieser Produkte die beiden Umweltorganisationen in einer Mitteilung vom Mittwoch. Das Bundesamt für Landwirtschaft (BLW) bestätigte auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA, dass alle von ihm erteilten zwölf Bewilligungen für Insektizide mit diesen Wirkstoffen widerrufen worden sind.

Lagerbestände aufbrauchen 

Demnach müssen neun dieser Pestizide unverzüglich vom Markt genommen werden, drei weitere dürfen noch während zwölf Monaten verkauft werden. Landwirte dürfen zudem vorhandene Lagerbestände noch während zwölf Monaten aufbrauchen.

Insgesamt sind vom Rückzug 26 Produkte betroffen. Der Entscheid ist allerdings noch nicht rechtskräftig. Die betroffenen Hersteller können ihn innert 30 tagen mit eine Beschwerde ans Bundesverwaltungsgericht anfechten.

Seit Jahrzehnten verspritzt

Gemäss Angaben der Umweltorganisationen wurden Chlorpyrifos und Chlorpyrifos-methyl in den 1960-er Jahren auf den Markt gebracht. Sie zählen weltweit bis heute zu den am häufigsten eingesetzten Insektiziden Damit seien während Jahrzehnten unter anderem Kartoffeln, Gemüse, Beeren und Weintrauben gespritzt worden. In der Schweiz seien die Wirkstoffe in den letzten fünf Jahren in Mengen von 10'000 bis 15'000 Kilogramm pro Jahr in die Umwelt gebracht worden.

Die wissenschaftlichen Grundlagen seien unbestreitbar. Chlorpyrifos und Chlorpyrifos-methyl hätten eine ähnliche Struktur wie gewisse chemische Kampfstoffe. Sie seien äusserst giftig für Vögel, Säugetiere, Fische, Amphibien, Insekten und namentlich auch alle Arten von Bienen und Hummeln. Die Wirkstoffe töteten zudem das Leben im Boden und schädigten die eigene Ernährungsgrundlage.

Die Stoffe seien auch sehr gefährlich für den Menschen. Wissenschaftler hätten nachgewiesen, dass der Wirkstoff während einer Schwangerschaft zu Hirnschäden beim ungeborenen Kind führen könne.

Weitere Verbote gefordert

Greenpeace und WWF Schweiz hatten sich seit langem für ein Verbot dieser Wirkstoffe eingesetzt. Der Rückzug wird denn auch begrüsst. die Aufbrauchfrist von einem Jahr sei allerdings unnötig und angesichts der Toxizität der Substanzen nicht nachvollziehbar, wird Eva Wyss, Projektleiterin Landwirtschaft beim WWF in der Mitteilung zitiert.

Zudem seien noch immer Dutzende von vergleichbaren hochgiftigen Pestiziden frei zugänglich für Landwirtschaft, Forstwirtschaft, Gartenbau und Unterhalsdienste. Auch diese müssten verboten werden.

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Kommentare (3)
Tante cpd am 12.06 2019 um 21:39
Was hat jetzt DAS damit zu tun? Agrarpolitik hat nichts mit Canabis zu tun
Frau Nopest am 12.06 2019 um 21:38
Es ist an der Zeit das der Bauer seine Selbstpflicht wahrnimmt und die Pearizide gar nicht mehr einsetzt. Es kann ja nicht sein dass ihr Bauern das Land kaputt macht statt es auf langfristige Zeit bebaubar macht! Wenn ich bei meiner Arbeit einfach sagen würde: "das braucht mir zu viel Zeit und Arbeit..." würde ich wohl die Stelle verlieren!!
Roger Vismara am 12.06 2019 um 17:26
Das solche Gifte überhaupt mal erlaubt worden sind ist schon Sauerei genug. Aber der Bund plempert immer noch rum und gefährdet unser aller Leben. Einsprachen sind erlaubt, Vorräte aufbrauchen auch. Die Sauerei geht de fakto also munter weiter. Und gleichzeitig verhöhnt man Patienten und Konsumenten indem man eine Heilpflanze wie Cannabis seit bald 80 Jahren verboten hat anstatt zu legalisieren zu erforschen und zu regulieren. Es wird Zeit, dass im Bundeshaus Köpfe rollen und fähige Denker Politik machen.
Eden am 13.06 2019 um 14:07

Roger Vismara - ich bin ganz Ihrer Meinung! Viele Landwirte wurden vor Jahren schon von Bund/Kanton/Chemiekonzernen beschissen und abhängig gemacht. Ohne Voraussicht und Verantwortungsbewusstsein für die Zukunft. Mit dieser Lobby-Politik muss endlich Schluss sein und fähige Köpfe sind gefragt, welche sich mit ihrer Materie auch wirklich auskennen und sich nicht ständig über den Tisch ziehen lassen aufgrund von geheimen Absprachen und Zugeständnissen, wohlgemerkt hinter verschlossenen Türen. Man müsste auch einen Bundesrat abwählen können! ...

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